Phishing ist eine der größten Gefahren im Internet und leider immer noch erfolgreich. Betrüger werden kreativer, nutzen künstliche Intelligenz und erstellen täuschend echte Nachrichten, die kaum von seriösen E-Mails oder SMS zu unterscheiden sind. Umso wichtiger ist es, dass du weißt, wie du Phishing erkennst und wie du reagieren musst, wenn du auf eine Phishing-Mail hereinfällst.
Was ist Phishing?
Der Begriff Phishing stammt vom englischen „fishing“, also „Angeln“. Cyberkriminelle versuchen, sensible Daten wie Passwörter, Kreditkarteninformationen oder Bankzugänge „an Land zu ziehen“, indem sie sich als vertrauenswürdige Absender ausgeben.
Oft werden E-Mails versendet, die aussehen, als kämen sie von bekannten Unternehmen wie PayPal, Amazon oder deiner Bank. Ziel ist es, dich zu einer schnellen Handlung zu bewegen: auf einen Link zu klicken, eine Datei zu öffnen oder deine Zugangsdaten auf einer gefälschten Webseite einzugeben.
Die häufigsten Phishing-Arten sind:
- E-Mail-Phishing – die klassische Betrugs-Mail mit gefälschtem Link.
- Smishing – Phishing über SMS oder WhatsApp.
- Vishing – Telefonbetrug, oft mit KI-generierten Stimmen.
- Spear-Phishing – gezielte, personalisierte Angriffe, die besonders schwer zu erkennen sind.
Tipp: Achte nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf Absender, Sprache und Links, um diese Angriffe zu entlarven.
Phishing erkennen: 6 sichere Anzeichen
Die größte Gefahr beim Phishing ist, dass Nachrichten immer professioneller werden. Doch wenn du weißt, worauf du achten musst, kannst du sie zuverlässig entlarven.
1. Der Absender wirkt seltsam
Auch wenn der Name in der E-Mail „PayPal Kundenservice“ lautet – entscheidend ist die E-Mail-Adresse dahinter.
Beispiele:
✔️ echt: service@paypal.com
❌ gefälscht: service@paypall.de oder paypal-kundendienst@secure-mail.co
2. Du wirst unter Druck gesetzt
Typisch ist der psychologische Druck:
„Ihr Konto wird gesperrt, wenn Sie nicht innerhalb von 24 Stunden reagieren.“
Solche Drohungen sollen dich zur schnellen Reaktion bringen. Das ist genau, was du nicht tun solltest!
3. Fehlerhafte Sprache
Viele Phishing-Mails enthalten noch immer Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Vor allem dann, wenn sie automatisch übersetzt wurden. Achtung: Mit KI werden diese Mails immer besser, verlasse dich also nicht nur darauf.
4. Links führen zu fremden Seiten
Fahre mit der Maus über Links, bevor du klickst. Die angezeigte URL verrät oft, wohin der Link wirklich führt.
Beispiel:
✔️ echt: https://www.paypal.com/de/signin
❌ gefälscht: https://paypal-konto-verifizieren.security-login.xyz
5. Es gibt einen Anhang
Phishing-Mails enthalten häufig Dateianhänge mit Schadsoftware. Öffne niemals unbekannte Anhänge wie .zip, .exe, .docm oder .pdf, wenn du die Quelle nicht kennst.
6. Keine persönliche Anrede
Fehlt eine persönliche Anrede, etwa dein Name, oder werden nur allgemeine Begriffe wie „Sehr geehrter Kunde“ oder “Sehr geehrte *E-Mail Adressse*” genutzt, solltest du besonders vorsichtig sein.

Häufige Phishing-Beispiele aus dem Alltag
Hier einige echte Szenarien, wie sie täglich tausendfach vorkommen:
„Verdächtige Aktivität auf Ihrem Bankkonto“
Du bekommst eine Mail deiner angeblichen Bank: „Wir haben eine ungewöhnliche Anmeldung festgestellt. Bitte melden Sie sich an, um Ihre Identität zu bestätigen.“
Die Mail enthält einen Link zu einer gefälschten Login-Seite, die aussieht wie die deiner Bank. Gibst du dort deine Daten ein, landen sie direkt bei den Betrügern.
„Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden“
Eine SMS von „DHL“ informiert dich, dass dein Paket nicht zugestellt werden konnte und du 2,99 € Nachporto per Link zahlen sollst. Klickst du, wirst du auf eine täuschend echte Seite weitergeleitet, auf der du deine Kreditkartendaten eingeben sollst.
„Microsoft Support“ ruft an
Du erhältst einen Anruf von einer deutschen Nummer. Am anderen Ende behauptet jemand, vom Microsoft Support zu sein. Dein PC sei angeblich mit Viren infiziert. Du wirst gebeten, ein Fernwartungs-Tool zu installieren. Danach haben die Betrüger vollen Zugriff auf deinen Computer.
Checkliste: So schützt du dich vor Phishing
Der beste Schutz gegen Phishing ist eine Kombination aus technischen Maßnahmen und gesundem Menschenverstand. Hier sind unsere wichtigsten Tipps:
- Aktiviere die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Selbst wenn ein Passwort gestohlen wird, bietet ein zweiter Sicherheitsfaktor Schutz.
- Nutze einen Passwortmanager, um sichere und einzigartige Passwörter zu erstellen.
- Installiere Virenscanner und Spamfilter, die Phishing-Mails zuverlässig erkennen.
- Klicke niemals auf Links oder öffne Anhänge, wenn du nicht sicher bist, dass die Nachricht echt ist. Logge dich lieber direkt über die offizielle Website deines Anbieters ein.
- Logge dich immer über die offizielle Webseite des Anbieters ein
Was tun, wenn du auf Phishing hereinfällst?
Es kann jedem passieren, dass man in einem stressigen Moment auf einen falschen Link klickt oder Daten preisgibt. Dann zählt, dass du schnell reagierst.
- Ändere sofort alle betroffenen Passwörter, insbesondere bei deinem E-Mail-Konto.
- Sperre Kreditkarten oder Bankkonten, falls sensible Daten wie PIN oder Kontonummer betroffen sind.
- Melde die Phishing-Mail an die Verbraucherzentrale oder direkt an den betroffenen Anbieter.
- Scanne dein Gerät mit einem Antivirus-Programm, um Schadsoftware zu entfernen.
- Erstatte Anzeige bei der Polizei, wenn es zu finanziellen Schäden kam.
Phishing 2026: Warum Aufmerksamkeit wichtiger ist als je zuvor
Phishing entwickelt sich ständig weiter. Durch KI-generierte E-Mails oder Fake-Anrufe sind Betrugsversuche kaum noch zu erkennen. Deshalb ist es entscheidend, dass du die typischen Warnsignale kennst und dich regelmäßig über neue Betrugsmethoden informierst. Auskunft gibt beispielsweise auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Webinar-Aufzeichnung: „Wie schütze ich mich richtig?“
Du möchtest dich und deinen Betrieb noch besser vor Cyberangriffen, Phishing-Mails und Datenverlust schützen? Dann empfehlen wir dir unsere Webinar-Aufzeichnung zum Thema Cybersecurity im Tourismus:
„Wie schütze ich mich richtig?“
Im Webinar zeigen wir dir praxisnah und leicht verständlich:
- Wie du sichere Passwörter erstellst
- Warum die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) so wichtig ist
- Woran du Phishing-Mails und verdächtige Nachrichten erkennst
- Was hinter Social Engineering steckt
- Was du tun solltest, wenn du doch einmal auf einen falschen Link geklickt hast
- Unsere 6 Sicherheitsregeln für den digitalen Alltag
Webinar-Tipp: Morgen, 19. Februar 2026 um 10:00 Uhr, informiert unser Partner ALGO rund um das Thema Hackerangriffe und aktuelle Bedrohungen im digitalen Alltag. Eine gute Gelegenheit, dein Wissen zur IT-Sicherheit aufzufrischen.
Jetzt noch schnell anmelden und Platz sichern!
Praxis-Tipp für Gastgeber:innen: Gäste warnen, Vertrauen stärken und positiv in Erinnerung bleiben
Wenn Phishing-Mails im Umlauf sind, warte nicht ab, sondern informiere deine Gäste aktiv – zum Beispiel ganz unkompliziert per Newsletter. Erkläre offen, dass betrügerische Nachrichten kursieren, nenne klar deine offiziellen Absender-Adressen und stelle deutlich klar, dass du niemals sensible Zahlungsdaten per E-Mail anforderst. So nimmst du Unsicherheiten ernst und positionierst dich als verantwortungsbewusster, professioneller Gastgeber.
Gleichzeitig steckt darin eine große Chance: Wer transparent kommuniziert, stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern bleibt positiv im Gedächtnis. Du kannst betonen, welche Sicherheitsstandards du einsetzt, dich für die Aufmerksamkeit deiner Gäste bedanken und zeigen, dass dir ihre Datensicherheit wichtig ist. Und wenn du ohnehin Kontakt aufnimmst, kannst du diesen Anlass auch nutzen, um dezent auf aktuelle Angebote, freie Termine oder besondere Highlights deines Betriebs hinzuweisen.
So wird aus einer potenziellen Krisensituation eine Möglichkeit, deine Kompetenz zu zeigen, Nähe aufzubauen und ganz nebenbei auch noch Werbung in eigener Sache zu machen.
Mehr zum Thema: Betrugsmaschen bei Reisebuchungen
Phishing ist nur eine von vielen Gefahren im Internet. Besonders in der Tourismus- und Reisebranche gibt es immer neue Betrugsversuche, die Vermieter:innen wie auch Gäste treffen können.
Lies dazu auch unseren Beitrag: Betrugsmaschen bei Reisebuchungen: So schützt du dich
6. Oktober 2025 at 21:23
Danke schön für die Erinnerung und die Warnung davor!